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MARTHA DAVIS

Geboren in Wichita, Kansas am 14. Dezember 1917 wuchs Martha Davis in Chicago, Illinois auf und besuchte dort die berühmte Du Sable High School. Zu ihren Klassenkameraden zählten Dorothy Donegan und Nat Cole. Mitte der 1930er Jahre lernte sie Fats Waller kennen, der ihr angeblich einige seiner besonderen Fertigkeiten am Klavier lehrte. Zweifellos wurde sie von ihm sehr beeinflusst. Zu dieser Zeit trat sie regelmäßig als Sängerin und Pianistin in Chicago Clubs auf.

In einem dieser Clubs traf Martha Davis im Jahr 1939 den Bassist Calvin Ponder - ihren späteren Ehemann. Er hatte eine lukrative Anstellung in der Big Band von Earl Hines. Deshalb konnte das Paar bis 1948 nicht regelmäßig zusammen arbeiten. In diesem Jahr zogen Martha und Calvin nach Kalifornien, wo sie ihr beeindruckendes Aufnahmedebüt für Urban Records mit dem Überraschungshit Little White Lies gab. Sie unterzeichnete beim viel größeren Plattenlabel Decca Records, welches durch ihre Tochtergesellschaft Jewel Little White Lies mit Calvin Ponder (b), Ralph Williams (g) und Lee Young (dr) nochmals veröffentlichte. Etwa um diese Zeit nahm Martha mit ihrem Jazz-Kumpel Louis Jordan mehrere Schallplatten für Decca auf. Es war für Martha das bisher erfolgreichste Jahr (3 Top-Ten-Hits: Little White Lies, Don't Burn the Candle At Both Ends, Daddy-O).

"Martha Davis & Spouse": Martha Davis (p) und ihr Ehemann Calvin Ponder (b)

Im gleichen Jahr begannen Martha Davis und ihr Mann gemeinsam ihr eigenes Zwei-Personen-Programm "Martha Davis & Spouse" vorzustellen, eine musikalische wie komödiantenhafte Darbietung, in der zweifelsfrei sie der Star des Duos war. Diese Aufführungen wurden sehr populär; Tourneen und ein Gastspiel im Blue Angle in New York folgten. Sie traten gemeinsam in Filmen wie "Smart Politics" (mit Gene Krupa) und Mitte der 1950er-Jahre in "Rhythm & Blues Revue", "Rock 'n' Roll Revue" und "Basin Street Revue" auf. Einige ihrer Auftritte (Martha's Boogie, We Just Couldn't Say Goodbye, Vipity Vop) wurden für Video Jukeboxen aufgenommen und in frühen TV-Shows ausgestrahlt.

Obwohl auf dem Höhepunkt ihrer Popularität gibt es von ihnen in der Zeit von 1951 bis 1957 keine Plattenaufnahmen. Erst für das neue ABC Paramount Label nahmen sie zwei LPs auf, eine davon als Hommage an Marthas Mentor, Fats Waller. Dies waren die letzten Aufnahmen des Paares.

Martha Davis & Calvin Ponder

Anders als dem allgemein musikbegeisterten Publikum blieb Martha Davis den Boogie-Woogie-Enthusiasten unvergessen. Ihr Ruhm glänzte durch ihr zeitgenössisches schwarzes Publikum, das sie gut aus den Tagen in den Jazzclubs kannte. Sie spielte ein einzigartiges Stride Piano, das vieles gemein mit Fats Wallers Spielart hatte, mit dem sie in den 1930er Jahren befreundet war.
Martha Davis starb am 6. April 1960 in Mount Vernon, New York an einer Krebserkrankung.

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